Aufbau:

Um eine adäquate Statik für ein Modell dieser Größe bei diesem großen Geschwindigkeitsbereich und teilweiser hoher Flächenbelastung zu gewährleisten, ist der Aufwand schon erheblich. Zudem steht im Lastenheft: möglichst leicht, die Massen möglichst zentral!
Wir haben uns bei den Tragflächen für eine Sandwichbauweise als Standard entschieden, weil uns das Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit wichtig war. Für ein schönes Kreisflugverhalten ist ein leichter Außenflügel unabdingbar. Core-Material ist 1,2mm Airex. In der Außenlage kommt  Spread-Tow C80 IMS65 zum Einsatz, die Innenlage wird mit G49-Glasgewebe als Standard laminiert. Für extreme Einsätze können wir natürlich den Aufbau variieren, z.B. die Innenlage ebenfalls mit C80 bauen. Das Mehrgewicht ist vertretbar, der Festigkeitszuwachs enorm.  Die Holmgurte bestehen aus einem HTS-Kohlegelege, sind an der Wurzel 50mm, außen noch 20mm breit. Der CFK-Flächenverbinder hat die Dimension 30x15x500mm und wird ebenfalls aus diesem Gelege aufgebaut. Es hat gute Festigkeitswerte und vor allem mit 1,9% eine sehr gute Bruchdehnung. Eine Aufbau mit M40J-Gelege ist gegen Aufpreis machbar, allerdings ist die Holmauslegung schon in der Serienausführung weit über dem Standard oder passender ausgedrückt: eXtrem!  Lediglich von digitalen Abfangmanövern aus mehreren 100m Sturzstrecke ist abzuraten. Als Holmstege werden breite, abgestufte Balsastege (natürlich aufrecht) eingesetzt. Durch den breiten Holmaufbau können hier auch große Teile der Torsionskräfte aufgenommen werden. Die Kombination breiter Holm/ schlanker Flügel/Sandwichaufbau bietet einen weiteren Vorteil: es gibt keine Probleme mit einem Beulen der Schale bei Torsion und die Schale wirkt ähnlich fest wie ein Hartschalenflügel.
Der Aufbau der Leitwerke erfolgt jetzt, um Gewicht zu sparen und noch robuster bauen zu können, mit Airex und Carboline-Gelege (IMS-65-Faser), das HLW hat natürlich einen durchgehenden Holm. Da die meisten Modelle mit Elektroantrieb aufgebaut werden, ergibt sich schon so ein entspanntes Einstellen des Schwerpunkts, trotz langem Rumpf. Selbst mit sehr leichter 3-5S-Motorisierung kann der Akku in Schwerpunktnähe verbaut werden.

Ein kleiner Hinweis für Alle, die sofort ganz laut rufen: "Mein Modell braucht das Gewicht!" Natürlich macht ein zu leichtes Modell in turbulenter Luft oft keine gute Figur. Dafür gibt es Ballast und der gehört in den Schwerpunkt. Wenn aber die Abendthermik ganz schwach daher kommt, das Konkurrenzmodell mit einer Flächenbelastung von 70g/qdm oder mehr in die Luft gebracht wird, sieht man sehr schnell den enormen Vorteil der deutlich leichteren ASW 17eX.
Zum Aufbau des Rumpfes: uns geht es nicht um Effekthascherei. Es ist uns nicht wichtig sagen zu können, dies Modell ist ein Voll-CFK-Segler. Wir bauen den Rumpf aus Glas und Kevlar auf, weil dieser Materialmix nach unserer Auffassung einen sehr guten Kompromiss aus Festigkeit/ Gewicht und Langlebigkeit darstellt. Soll heißen, damit haben wir auch eine extrem gute Alltagstauglichkeit, die einfach auch mal grobe Landefehler verzeiht. Serienmäßig sind Bowdenzüge für die Leitwerke integriert, ob sie genutzt werden oder andere Anlenkungsvarianten angewand werden ist Euch überlassen. Wir erachten sie als sinnvoll.

Erste Diskussionen über das Modell finden bereits im RC-Network statt:

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/716473-ASW-17-(PM-Aero-M-1-4-5)-Baubericht

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis: Bei der ASW 17eX handelt es sich ausdrücklich um ein sehr leistungsfähiges Segelflugmodell. Allein die möglichen Geschwindigkeiten müssen dem Besitzer klar machen, dass es beim Aufbau des Modells keinen Raum für Nachlässigkeiten gibt. Das Augenmerk muss daher auf spielfreie, robuste Anlenkungen liegen. Und ja, auch mit einem IDS-System ist dies mit unseren Modifikationen möglich! Trotzdem gilt: bitte kontrolliert nach jedem Flug die Anlenkungen!

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