Das Projekt ASW17 war ein lang gehegter Wunsch. Ein Youngtimer mit überaus geeigneten Flächentiefen bei gleichzeitig hoher Streckung, einfach elegant. Die Ziele waren schnell gesteckt:
  • Eine Profilentwicklung mit sehr breitem Einsatzbereich, mit dem Schwerpunkt Streckenflug bei einer Flächenbelastung von 50-100 g/qdm
  • Ein Abfluggewicht mit Antrieb und Einziehfahrwerk soll unter 5kg möglich sein, bei maximaler Spannweite
  •  Eine äußerst robuste Bauweise, die eine hohe Belastung der Zelle, nicht nur im Flug, zulässt und damit absolut alltagstauglich ist
  •  ein hoher Vorfertigungsgrad, der dem Kunden nur noch einfache Arbeiten zukommen lässt
Möglich erschien ein Maßstab von 1:4,5. Da von der ASW17 nicht viele Muster gebaut wurden, aber viel experimentiert wurde, gab es viele Unterschiede. So gab es auch statt der üblichen 20m-Spannweite eine Version mit 23m Spannweite. Für uns der Anlass, die Randbögen abnehmbar zu gestalten, um die Spannweite mit zusätzlichen Außenflügeln von 4450mm auf 4900mm zu erhöhen. So handelt es sich sogar um einen Maßstab 1:4.

Nun entstand auch die Bezeichnung ASW 17eX !

eX  wie extended   —   eX wie extraordinary   —    eX wie exiting   —   eX wie extrem !

Nachdem die Eckdaten standen, begann die Profilentwicklung. Das Design-Ziel war sehr ambitioniert. Es soll schon bei einer sehr niedrigen Flächenbelastung von 50g/qdm eine gute Perfomance bieten, um zum einen sehr schwache Aufwinde nutzen zu können, soll zum anderen aber trotzdem in Lage sein, den Höhengewinn dynamisch zu nutzen. Entweder, um auf der Suche nach Aufwind schnell ein großes Gebiet abfliegen zu können oder um dem Piloten für den Kunstflug die notwendige Dynamik zu bieten. Daher ist das Profil natürlich für den Einsatz von Wölbklappen entwickelt worden. Im Strak ergeben sich beeindruckende Streckenflugleistungen, etwa 5°Grad positiv verwöbt ergibt eine sehr gute Steigleistung bei schwachem Aufwind, 10°Grad positiv dürfen maximal einsetzt werden bei starkem Aufwind. Der 6-Klappen-Flügel erlaubt eine sehr variable Anpassung der Flugzustände in Verbindung mit den Vorlieben des Piloten. Wenn die Wölbklappen 3°Grad negativ gefahren werden, werden wirklich beeindruckende Maximalgeschwindigkeiten (selbst mit einem Gewicht unter 5kg sind 300km/h+ problemlos machbar) erreicht, natürlich immer unter Berücksichtigung des doch recht hohen Widerstands des Semi-Scale-Rumfes. Zudem wird das Einsatzspektrum durch die Möglichkeit der Erhöhung der Flächenbelastung extrem erweitert. Wird der serienmäßige CFK-Rechteckverbinder gegen einen aus Stahl (+1500g) getauscht, verwandelt sich das Modell mit vormals nahezu Floater-Eigenschaften zu einem mit ausgeprägter Dynamik und sattem Durchzug. Attribute, die von vielen Modellen erst mit Flächenbelastungen weit jenseits der 100g/qdm erreicht werden.Aber auch bei hohen Flächenbelastungen erzeugt das Profil immer noch genug Auftrieb, um in der Thermik gute Steigleistungen zur Verfügung zu stellen. In Bezug auf die Statik des Holmes mußte das Wurzel-Profil 10% Dicke aufweisen, diese wurde beim ersten Trapez auf etwa 9% und außen auf 8% (6%) reduziert. Die durchschnittlichge Wölbung im Strak beträgt etwa 2,5%.
Nun kann die Erhöhung der Spannweite auf 4900mm und damit eine weitere Erhöhung der Streckung sowie des Flächeninhaltes die Variabilität nochmals steigern. Die Ansteckflügel stehen ab Juli 2019 zur Verfügung.
Zum Gesamtkonzept gehört neben einem geringen Profilwiderstand ein geringer induzierter Widerstand. Wir empfehlen daher unbedingt eine IDS/ LDS-Anlenkung der Flächen-Klappen. Immerhin 6 Anlenkungen können eine Menge Widerstand erzeugen. Das IDS-System läßt sich nahezu unsichtbar einbauen. In Verbindung mit neuen Servolinien ergibt sich eine fast spielfreie und robuste Anlenkung. Wir möchten hinzufügen, dass wir ein paar kleine Modifikationen an den von uns verkauften IDS-Systemen vornehmen.
Von Anfang an wurde äußerst sorgfätig gearbeitet. Im Bereich CAD/CAM wurde ein hoher Aufwand betrieben, um Ungenauigkeiten von vorne herein auszuschließen. In der Prototypen- und Vorserienphase wurden viele Flugzustände und verschiedene Materialien getestet. Die ersten Tests mit einem Prototypen ergaben, dass der Rumpf, objektiv betrachtet, viel zu kurz ist. Kurz vor der Abformung des Urmodells wurde der Rumpf im Leitwerksträgerbereich um 20 cm verlängert! Nun ist zum einen das etwas pummelige Erscheinungsbild des Rumpfes, gerade im Vergleich zur elegant gestreckten Fläche, einem wohl proportioniertem Rumpf gewichen. Dazu, entscheidend, sind die Flugeigenschaften soviel harmonischer geworden, ein echter Gewinn! Nun sind die Tragflächen Scale in ihren Abmaßen (oberer Toleranzbereich) und der Rumpf und das Höhenleitwerk verlängert worden. Wir sind also in machen Bereichen bewußt vom ungeschriebenen Gesetz abgewichen, dass bei einem Großsegler alles Scale sein sollte. Hier folgt die Form der Funktion, hier steht die maximale Leistung an erster Stelle.
Das außergewöhnliche an diesem Modell ist sein extrem breites Einsatzspektrum, dass dem Besitzer schnell das Gefühl vermittelt, den Flugzeug-Park deutlich verkleinern zu können. Angefangen bei effizienter Nutzung auch wirklich schwacher Aufwindfelder über echtes Bolzen im Hangaufwind mit hohen Flächenbelastungen bis hin zu harten Kunstflugfiguren. Dabei ist sie extrem leicht zu fliegen, die Gutmütigkeit ist frappierend. Die 17eX ist eine ausgereifte, moderne Konstruktion, die sich durch Leistungsfähigkeit und Dauerhaltbarkeit auszeichnet und extrem kompromisslos konzipiert wurde. Sie macht es dem Piloten sehr einfach, lange Flugzeiten zu erreichen. Zum einen kann sie die Energie in der Luft sehr gut umsetzen, zum anderen macht sie einfach Spass!
Mit allen Merkmalen fällt dem Kenner auch schnell auf, dass das Design wie gemacht ist für die GPS-Sportsclass. Die spätere Einführung eines schlanken Zweck-Rumpfs in Verbindung mit einem V-Leitwerk haben wir in Erwägung gezogen und werden die Marktreaktion abwarten. Aber auch so ist ein Wettbewerbseinsatz sinnvoll, auch hier bietet die Variabilität riesige Vorteile.
Zum Abschluß noch folgende Bemerkung: Hier handelt es sich um ein Sportgerät mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Allein die möglichen Maximalgeschwindigkeiten müssen dem Besitzer klar werden lassen, dass beim Aufbau kein Raum für Nachlässigkeiten ist. Insbesondere die Servobefestigung sowie die Anlenkungen seien hier besonders betont. Mit diesem Thema haben wir uns sehr intensiv beschäftigt, weil nicht die Struktur des Modells problematisch war, sondern die Anlenkungen. Bitte folgt unseren Empfehlungen in der Bauanleitung. Zudem ist uns der Dialog mit den Piloten sehr wichtig, um interessante Hinweise möglichst schnell in der Serie umsetzen zu können.
Wird geladen
×